Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit etwas über einem Jahr darf ich nun das Amt des Bürgermeisters der Stadt Hirschhorn ausüben. Gelegenheit für eine kurze Rückmeldung, denn für eine Bilanz ist es noch viel zu früh.

In diesem ersten Abschnitt meiner Amtszeit ging es darum, die lange angestrebten Projekte wie das touristische Konzept auf den Weg zu bringen, die Website bürgerfreundlich zu gestalten, die Kindergärten zu stärken, für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen sowie eine Reihe von kleinen Verbesserungen zu bewirken. Das, was zu tun war, wurde auch getan. Vor allem möchte ich mich bei der Stadtverordnetenversammlung für das konstruktive Miteinander und den gegenseitigen Respekt über alle Parteigrenzen hinweg bedanken. Mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Vereinen, Geschäftsleuten und Unternehmern ist eine sehr offene und konstruktive Atmosphäre entstanden. Die von mir geleitete Verwaltung hat zahlreiche Anregungen aus der Stadtverordnetenversammlung und der Bürgerschaft aufgegriffen und umgesetzt. Anderes ist vorgemerkt oder wird geprüft.

Parallel dazu und von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, war das erste Jahr meiner Amtszeit vor allem eine Zeit der Analyse. Bekannt war, dass die Stadt Hirschhorn große finanzielle Probleme hat, dass sich die Wirtschaftsstruktur ändert und dass der demografische Wandel unsere Stadt besonders trifft. Es sind nicht die einmaligen Investitionen, wie die in unser neues Museum, die uns finanzielle Probleme bereiten, sondern das strukturelle Defizit. Und das bedeutet, dass wir nachhaltig sparen müssen.

Bitte glauben Sie mir, dass ich Ihnen lieber angenehme Ankündigungen machen würde. Stattdessen werde ich Ihnen in den nächsten Monaten einige unpopuläre Botschaften überbringen müssen.

Wir versuchen, so zu sparen, dass die Folgen daraus möglichst gering bleiben. Unsere Strategie ist es, wirtschaftlicher zu werden, das heißt, es geht darum, mit weniger Mitteln vergleichbare Leistungen zu bieten. In der Verwaltung bedeutet das zunächst Umstrukturierungen, den Einsatz effizienzsteigernder Software und interkommunale Zusammenarbeit. Wir investieren heute mit dem Ziel, in zwei bis drei Jahren deutlich weniger Kosten zu haben. In allen Bereichen werden wir sparen müssen, das bedeutet, dass auch einige gewohnte Einrichtungen nur durch mehr Eigeninitiative ihrer Nutzer erhalten werden können.

Auch wenn diese Aussichten nicht rosig sind, so sind sie doch in unser aller Interesse notwendig. Vor uns liegen Jahre, in denen wir auch für Fehlentscheidungen und Unterlassungen der Vergangenheit einstehen müssen. Niemand hat diese Situation bösartig herbeigeführt, aber wenn wir nicht heute tätig werden, wird es uns in der Zukunft und unsere Kinder noch viel härter treffen. Nicht auszudenken, in welche Zwangslage wir geraten würden, wenn in einiger Zeit die Zinsen wieder stiegen und wir das Defizit bis dahin nicht in den Griff bekommen hätten.

Zusammen mit den Stadtverordneten werden wir darauf achten, dass die Folgen des Sparens gerecht verteilt werden. Ich kann Ihnen Ehrlichkeit und Transparenz anbieten, Geld und Gut fehlt der Stadt leider zurzeit. Aber mit guten Ideen, effizientem Einsatz der noch vorhandenen Mittel und Ihrem bürgerschaftlichen Engagement, etwa bei der Pflege von Grünflächen oder einfachen handwerksnahen Tätigkeiten, können wir es schaffen. Tragen Sie bitte auch Ideen aus Ihrem Berufsfeld an die Stadt heran, denn eine relativ kleine Verwaltung kann nicht für alle Themen Experten beschäftigen – Ihre Expertise ist deshalb ausdrücklich willkommen. Im neuen Internetauftritt werden wir Gelegenheit geben, Ihre Beiträge einzubringen.

Ich bin überzeugt, dass Hirschhorn auch in Zukunft lebenswert bleibt. Ob wir uns hier wohlfühlen, hängt letztlich weniger davon ab, was wir haben, sondern davon, wer wir sind und wie wir miteinander umgehen, feiern und wirken. Und diesbezüglich ist Hirschhorn einfach spitze. Deshalb fühle ich mich nach eineinhalb Jahren voll integriert und nicht nur als Amtsinhaber willkommen. Herzlichen Dank Ihnen allen für die wohlwollende Aufnahme und auf eine gute Zusammenarbeit für unsere Stadt auch in schwierigen Zeiten.

Ihr
Rainer Sens
Bürgermeister

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