Monatsarchive: November 2012

Hirschhorn, 30. November 2012, ca. 13.00 Uhr

Sehr geehrte Mitbürgeriinnen und Mitbürger,

einige aufregende Tage liegen hinter mir und ich möchte Sie daran teilhaben lassen und gleichzeitig eine Reihe von Mails beantworten, die ich in den letzten 24 Stunden erhalten habe und für deren einzelne Beantwortung mir verständlicherweise die Zeit fehlt.

Auf politischer Ebene haben wir, die Verwaltung, mit den Vertretern der Parteien ein Konzept aufgestellt für die Teilnahme am Schutzschirm. Die Gespräche verliefen in einer sehr konstruktiven und freundlichen Atmosphäre. Die teilweisen harten Entscheidungen sind keinem Beteiligten leicht gefallen, wir sind aber zu dem Schluss gekommen, dass sie notwendig sind, um die völlige Handlungsunfähigkeit der Stadt zu vermeiden. Die Ergebnisse, die alle Beteiligten an der Arbeitsgruppe mittragen, werden wir, wie es sich für ein ordentliches Verfahren gehört, am 6. Dezember bei der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Sozialausschusses öffentlich einbringen.

Am Donnerstag, 29. November, wurden unsere Feuerwehren zu einem Großbrand nach Heddesbach gerufen. Darüber werden wir noch gesondert berichten. Aber ich kann aus eigener Anschauung sagen, dass unsere Feuerwehren wieder einmal schnell zur Stelle waren und Großes geleistet haben. Vielen Dank dafür.

Am gleichen Tag, nur kurze Zeit später trat wie prognostiziert der Neckar über die Ufer. Während im Bereich der Stadt alles gemäß dem Hochwasserplan seinen geordneten und routinierten Verlauf nahm, kam es im Bereich der Baustelle auf der B 37 zu teilweise chaotischen Zuständen, die wiederum Auswirkungen auf die Stadt hatten.

Hier ist eine deutliche Klarstellung erforderlich: Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, dass die Baustelle auf der B 37 von der Landesstraßenverwaltung (die den Namen „hessen-mobil“ trägt) verantwortet wird. Zu deren Verantwortung gehört die gesamte Bauplanung, Beschilderung, Umleitungsregelung usw. Kurz gesagt: alles, was am Donnerstag zu Verärgerung und Stress gesorgt hat, hat NICHT die Stadt Hirschhorn zu vertreten, sondern hessen-mobil. Ich möchte aber auch betonen, dass die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Beerfelden, vor Ort sehr engagiert waren und sich bemüht haben, die Fehler schnell zu korrigieren, die korrigierbar waren. Ihnen gilt mein persönlicher Dank. Andererseits muss sich hessen-mobil die Fehler der von ihr beauftragten Firmen anrechnen lassen.

Die wichtigsten Fehler von hessen-mobil seien hier aufgeführt:

  1. Eine offenbar völlig falsche Einschätzung über die Häufigkeit von Neckarhochwasser im Winterhalbjahr. Hessen-mobil glaubte offenbar daran, dass die Wahrscheinlichkeit eines Hochwassers mit den nun erlebten Folgen, zu gering sei.
  2. Bruch der festen Zusage, dass der Tunnel im Winterhalbjahr – also während der Hochwassersaison – wieder zweispurig befahrbar sein würde. Um klar zu stellen: für die Schiffskollision und der darauf folgenden Verzögerung kann auch hessen-mobil nichts, dass der Tunnel aber nun während des ganzen Winters nur einspurig befahrbar ist, ist ein Bruch von Zusagen gegenüber der Stadt Hirschhorn und wird bei jedem Hochwasser zu langen Staus führen.
  3. Mangelnde Kommunikation. Die Stadt Hirschhorn wurde („zur Kenntnis“) von hessen-mobil informiert. Daher entstand in der Stadtverwaltung der Eindruck, hessen-mobil habe alles im Griff. Gestern stellte sich aber heraus, dass diese Informationen nur bruchstückhaft waren und dass Entscheidungen offenbar am Schreibtisch getroffen wurden, ohne die Situation zu kennen. Hätte man wenigstens mit der Stadt Hirschhorn gesprochen, hätte vieles besser laufen können.
  4. Die fehlende Abfahrt nach Hirschhorn aus Eberbach kommend an der Westbrücke. Dadurch, dass diese Fahrtrichtung monatelang gesperrt war, fiel dieser gravierende Mangel erst nach Einrichtung der Ampelschaltung auf. Wer aus dieser Richtung nach Hirschhorn wollte, musste erst in Neckarhausen wenden um sich dann in den Stau nach Hirschhorn anstellen. Ebenso konnten große LKW aus Ersheim kommend nicht nach rechts in die B 37 abbiegen, da die Sicherungsbaken der Baustelle nicht versetzt waren. Es ist uns unerklärlich, welche Gedanken dahinter gestanden haben könnten.
  5. Die Umleitungsstrecken waren teilweise so falsch ausgeschildert worden, dass ortsunkundige Fahrer geradezu nach Hirschhorn hinein geführt wurden, wo sie dann vor einer Sperre bzw. Fußgängerzone standen. Diese Fehler wurden erst gegen 19.30 Uhr auf Hinweis der Stadt Hirschhorn korrigiert.

Gerade der letzte Fehler führte zu einer teilweise unübersichtlichen Situation in der Altstadt. Es wurde zum Schutz der Anwohner und Fußgänger kontrolliert wie wohl noch nie, auch wenn wir keine vollkommene Kontrolle gewährleisten können. An dieser Stelle auch ein ausdrücklicher Dank an Bürgermeister Pfeifer aus Neckarsteinach und seinem Team für die engagierte Unterstützung. Dabei habe ich die Leitlinie ausgegeben, dass wir hart gegen alle Abkürzer und unberechtigt Durchfahrende vorgehen, gegenüber Altstadtbewohnern und sonstigen Berechtigten aber tolerant sind. Die Toleranz hat auch bei Berechtigten da Grenzen wo zu schnell gefahren wird oder Rettungswege nicht mehr gegeben sind.

Es kamen einige – offenbar nicht selbst Altstadtbewohner – auf die Idee, mich zu drängen, den Verkehr durch die Hauptstraße freizugeben. Einmal davon abgesehen, dass dafür eine Reihe von formalen Voraussetzungen zu erfüllen wäre, gibt es eine Reihe von Argumenten dagegen. Vor allem aber steht für mich das Recht auf Sicherheit und Unversehrtheit der Anwohner, der Schulkinder, deren Schulweg dort entlang führt, und auch der älteren Mitbürger im Mittelpunkt. Ich kann zwar den Wunsch verstehen, schneller voran zu kommen, aber die Risiken wiegen diesen Zeitvorteil gegenüber einer Fahrt durch den Tunnel nicht auf. Ich selbst habe heute Morgen um 7.30 Uhr von Ersheim kommend 8 Minuten zwischen Stauende und Tunneleinfahrt bei der Ampel gebraucht.

Das Risiko eines verletzten Kindes gegenüber 8 Minuten Zeitgewinn? Nein, nicht mit mir! An dieser Stelle wurde argumentiert, dass es früher auch möglich war, den Verkehr durch die Altstadt zu leiten. Ja, früher sind Sie auch ohne Gurt, ABS und Airbag Auto gefahren – die Zeiten und die Erkenntnis in Sicherheitsdingen haben sich zum Glück gewandelt.

Vor diesem Hintergrund ist für die Durchfahrt durch die Hauptstraße keine bessere Lösung möglich. Wir haben alle Alternativen abgewogen, sind aber zu keinem besseren Ergebnis gekommen. Wir werden aber das sehr ernste Gespräch mit hessen-mobil suchen, damit die Fehler, die jetzt erkannt wurden, sich nicht wiederholen. Und falls wir dort auf taube Ohren schließen werden wir uns auch an das Ministerium und an die landesweiten Medien wenden. In dieser Hinsicht bin ich der „Anwalt meiner Stadt“.

Zum Schluss möchte ich mich auch noch bei den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs bedanken, die in den letzten beiden Tagen zuverlässig und engagiert gearbeitet haben. In diesen Minuten wird – wie ich höre – die Uferstraße wieder geöffnet und uns steht ein hochwasserfreies Wochenende bevor, für das ich Ihnen Allen gute Erholung wünsche.

Mit freundlichen Grüße

Ihr Rainer Sens
Bürgermeister

Die Uferstraße in Hirschhorn ist wegen Hochwassers gesperrt. In der Nacht auf den 30. November 2012 wird ein Pegel von knapp 4.70 m erwartet. Das Wasser tritt seit ca. 13.00 Uhr auf die Uferstraße aus. Der Verkehr durch den Tunnel wird durch eine Ampelanlage geregelt, da durch die Baustelle nur eine einspurige Verkehrsführung möglich ist. Eine Prognose für die Dauer der Sperrung ist schwierig. Der Pegel Gundelsheim wird frühestens am Freitagmittag wieder unter die Hochwassermarke fallen, d.h. dass in Hirschhorn das Wasser nicht vor Freitagabend abläuft. Nach Reinigung der Straße kann frühestens im Verlauf des Samstags mit einer Freigabe gerechnet werden, möglicherweise auch später.

Nachtrag 16.00 Uhr: Unglücklicherweise ist die Ausfahrt Hirschhorn an der Westbrücke von Eberbach aus kommend zurzeit nicht befahrbar. So müssen Fahrzeuge, die aus dem Tunnel kommend in Richtung Hirschhorn/Rothenberg/Heddesbach abbiegen wollen, zunächst bis Neckarhausen fahren, dort wenden und sich dort wieder an den Rückstau anstellen, um in Hirschhorn abfahren zu können. Dies ist nicht durch die Stadt Hirschhorn zu verantworten! Wir haben diesen Zustand bei hessen-mobil mit dem nötigen Nachdruck gemeldet und hoffen auf eine baldige Lösung.

Nachtrag 16.10 Uhr: Es wird zwar die Fußgängerzone verstärkt kontrolliert, aber eine 100-%-ige Kontrolle ist nicht möglich. Oft sind es auswärtige Fahrer/innen, die aus Verzweiflung oder Skrupellosigkeit durch die Fußgängerzone fahren. Wir regen daher an, dass Eltern, deren Kinder durch die Hauptstraße zur Schule gehen, diese morgen früh begleiten oder zumindest zur besonderen Vorsicht ermahnen, da wir nicht ausschließen können, dass mehr Autofahrer als sonst durch die Hauptstraße fahren und es ist zu befürchten, dass viele auch zu schnell fahren. Wie gesagt: wir machen, was wir können, aber wir können keinien „Rundumschutz“ gewährleisten.

Zu einem Großbrand in der Nachbargemeinde Heddesbach wurden heute am späten Vormittag die Feuerwehren der ganzen Umgebend gerufen, unter anderem auch die Feuerwehren aus Hirschhorn und Langenthal. Die Halle eines Sägewerks stand in hellen Flammen. Nach ersten, noch unbestätigten Informationen gab es zwei Leichtverletzte, die zur Beobachtung in ein Krankenhaus gekommen sind. Die Brandursache ist unklar. Durch die Löscharbeiten gelangte ölhaltiges Löschwasser in den Ulfenbach, die untere Wasserbehörde ist verständigt. Ein weiterer Bericht folgt.

Nachtrag um 16.00 Uhr: Soeben kam die Nachricht: Der Brand ist gelöscht, die Hirschhorner und Langenthaler Einsatzkräfte sind erschöpft, aber gesund wieder in den Heimatqurtieren angekommen, jetzt beginnt das Aufräumen. Vielen Dank schon einmal an dieser Stelle.

Wir wiederholen die Prognose für die Nacht vom 29. auf den 30. November 2012: Es ist Hochwasser angekündigt. Wir bitten alle Autofahrer, rechtzeitig ihre Fahrzeuge von den hochwassergefährdeten Parkplätzen zu entfernen. Sie erleichtern damit nicht nur Polizei und Feuerwehr die Arbeit, sondern sparen sich auch ggf. den Abschleppdienst, der für alle Fahrzeuge angeordnet wird, die bei Sperrung der jeweiligen Straße dort noch parken. Vielen Dank für Ihre Kooperation.

Die Prognose ist hier einsehbar, Hochwasser in Hirschhorn droht ca. 2 – 4 Stunden (abhängig von der Wasserzufuhr der Nebenflüsse) nachdem am Pegel Gundelsheim die Marke von 3,40 m überschritten wird: http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/cgi/daten.pl?id=9019

Die Vorhersage meldet Hochwasser in den nächsten Tagen: http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/cgi/daten.pl?id=9019

Die Straßenbauverwaltung, die jetzt den Namen „hessen-mobil“ trägt, hat für den Hochwasserfall eine Ampelregelung auf der B3
7 angeordnet. Eigentlich sollte – um genau diesem Fall vorzubeugen – der Tunnel seit Anfang November frei sein, dies hat sich aber durch die Schiffskollision im Herbst verzögert.

„hessen-mobil“ hat angeordnet, dass die Ampelanlage bei Bedarf, insbesondere im Berufsverkehr, bei Staubildung von Hand gesteuert wird. Falls dies nicht klappt, wird die Stadt Hirschhorn Ihre Rückmeldung per Mail an „hessen-mobil“ gerne weiterleiten. Direkter Kontakt: www.hessen-mobil.de. Rückmeldungen an die Stadt Hirschhorn nur per E-Mail, vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ganz wichtig: Die Durchfahrt durch die Altstadt ist nicht erlaubt und auch für Berechtigte bei Hochwasser nur über den Freien Platz gestattet. Es wird im Hochwasserfall verschärft kontrolliert.

Anfang Oktober wurde im Rathaus ein Kinderfahrrad silber/blau abgegeben, nachdem es im Schleusenbereich gefunden wurde. Leider wurde es bis jetzt noch von niemandem vermisst… Der Eigentümer kann sich zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus (Einwohnermeldeamt / Fundbüro) melden. Wir bitten hierzu um Vorlage der Rechnung bzw. um die genaue Angabe des Händlers, bei dem das Fahrrad gekauft wurde.

Natürlich wird auch in Hirschhorn die Weihnachtsbeleuchtung traditionell erst nach dem Totensonntag eingeschaltet. Doch schon jetzt ist die neue Beleuchtung, die dank des Sponsorings des Vereins der Freunde der Altstadt, des Gewerbeverein Hirschhorn und Altstadtplus GmbH angeschafft werden konnte zu sehen. Offizieller Start mit Pressetermin ist am 1. Dezember 2012 um 18.15 Uhr, gleichzeitig wird auch das erste der vier Adventsfenster geöffnet. Die Fotos (bei einer Probe erstellt) geben schon einmal einen Vorgeschmack vom Zauber unserer Altstadt in der Vorweihnachtszeit. Anfang der kommenden Woche wird auch wieder der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus aufgestellt.

Nachdem bereits am 11. September 2012 eine Informationsveranstaltung zum Thema Flurneuordnung in Langenthal stattgefunden hatte, sprach sich bei der zweiten Veranstaltung zum Thema am 22. November 2012 eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer für ein solches Verfahren aus. Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Sens ausführlich über mögliche Wechselwirkungen zwischen Flurneuordnung und Windkraftnutzung informiert.

Der Magistrat der Stadt Hirschhorn wird nur darüber entscheiden, ob eine reguläre oder eine vereinfachte Flurneuordnung beantragt wird. Je nach Verfahren dauert die Flurneuordnung zwischen acht und zwölf Jahren und bringt Langenthal zwischen rund 970.000 Euro und rund 1,2 Mio. Euro. Die Langenthaler Bevölkerung wird während dieser Zeitspanne durch einen Flurneuordnungsvorstand vertreten und ein- bis zweimal jährlich bei einer Bürgerversammlung zum Thema direkt mitreden. Start des Verfahrens wird mit einer formalen Bekanntmachung im Januar/Februar 2013 sein, nachdem Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zugestimmt haben.

Weitere Informationen unter http://www.hirschhorn.de/leben-in-hirschhorn/stadtteil-langenthal/flurneuordnung/

Am vergangenen Freitag, 16.11.12, erstrahlte der Bürgersaal im Kurhaus in einem besonderen Glanz. Bis auf den letzten Platz gefüllt wurde dort ein Krimi-Dinner serviert und aufgeführt. Damit war für das leibliche Wohl ebenso gesort wie für die grauen Zellen, denn das Publikum war zum mitermitteln und mitraten aufgefordert. Gleich zwei Tische ermittelten nicht nur den richtigen Täter, sondern auch die tatsächliche Vorgehensweise und das Motiv, so dass am Ende ein Stechen über den Siegertisch entscheiden musste.

Ein besonderer Dank gilt den veranstaltenden Gastronomiebetrieben, die uns gezeigt haben, welche Möglichkeiten im Bürgersaal stecken.

Schon von außen etwas Besonderes: der Bürgersaal zum Krimi-Dinner

Kerzen und stilvolle Beleuchtung machten das Dinner „stimmig“.

Auch das Publikum hatte sich auf den Kriminalfall aus dem Jahr 1928 eingestellt und kam teilweise entsprechend gestylt zur Veranstaltung.

Gut besucht und stilvoll beleuchtet.

Strenges Verhör der Verdächtigen – und die Dinner-Gäste ermitteln mit.

Schlussapplaus – ein Teil des Teams, das für einen reibungslosen Abend sorgte.

Die ehemalige Pizzeria „Tre Cime“ in der Hauptstraße in bester Lage und mit der Möglichkeit der Außengastronomie sucht immer noch einen Pächter, wie ein Schild an der Tür signalisiert. Wir veröffentlichen diesen Hinweis weil wir ein Interesse an einer lebendigen und vielfältigen Gastronomie haben und Leerstände vermeiden wollen. Die Stadt Hirschhorn ist weder Eigentümer noch Verpächter noch an der Vermittlung aktiv beteiligt.