Durch das Tauwetter und die anhaltenden Regenfälle müssen wir leider wieder mit Hochwasser rechnen. Nach der aktuellen Prognose erwarten wir für die kommende Nacht 4,50 m, d.h. die Uferstraße muss wieder gesperrt werden. Die Uferstraße wird in Absprache mit der Straßenmeisterei zwischen 22 und 23 Uhr um 29. Januar gesperrt, da das Wasser zwischen 3 und 6 Uhr am 30. Januar erwartet wird. Wir bitten alle Fahrzeughalter, ihr Fahrzeug rechtzeitig zu entfernen. Fahrzeuge, die nicht entfernt werden, werden kostenpflichtig abgeschleppt. Wann die Sperrung aufgehoben werden kann, ist noch nicht bekannt, weil die Prognose der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg noch nicht erkennen lässt, wann der Pegel wieder sinkt. Den aktuellen Pegelstand und die Prognose sind unter dem folgenden Link jederzeit online einsehbar: http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/cgi/daten.pl?id=9019

4 Antworten auf Hochwasser in der Nacht auf den 30. Januar 2013

  • Ralf Bißdorf, Hermannsgasse 8 sagt:

    Wer blind auf die Prognose der Hochwasser-Vorhersage vertraut, der sperrt mal vorsichtshalber die Uferstraße. Aber wer regelmäßig die Prognosen im Internet verfolgt, auch bevor die Wasserstände steigen, der weis inzwischen, daß diese Prognosen bei kurzfristigem und kurzem, schnellen Anstieg der Wasserstände in der Regel zu hoch angesetzt sind. Auch zeigt die Prognose im Internet meistens einen Wasserstand an, der zu früh Hochwasser auf der Uferstraße vermuten läßt.
    Die Prognose ist ein schönes Hilfsmittel für die Vorsorge einer Sperrung der Uferstraße in Hirschhorn, aber kein Fakt. Da ich als Anwohner der Hirschhorner Altstadt regelmäßig die Pegelstände anschaue, habe ich die Erfahrung gemacht, das die Prognose meistens zu hoche und auch zu früh erhöhte Pegelstände anzeigt. Das Wasser bestätigt mal wieder die o.g. Erfahrungen. Heute morgen 7.15 Uhr jedenfalls war kein Wasser auf der Uferstraße, die Straße aber gesperrt.
    Und das ist der Grund, was viele Leute, die die Uferstraße täglich befahren, in Rage versetzt. Eine Sperrung der Uferstraße OHNE Hochwasser.
    Fazit: Prognose ist sinnvoll, aber man sollte nicht blind darauf vertrauen.

    • Rainer Sens sagt:

      Sehr geehrter Herr Bißdorf,
      Ihre Kritik kann ich gut verstehen. Es gibt – bezogen auf das Hochwasser – fast nichts Ärgerlicheres als eine Hochwassersperrung ohne Hochwasser. Fast, denn noch ärgerlicher ist eine zu späte Sperrung, mitten in der Nacht, Abschleppen von Fahrzeugen, weil um diese Zeit die Halter nicht erreichbar sind und mit viel höheren Kosten als zu einer Zeit vor 0.00 Uhr und nach 6.00 Uhr.

      Sie haben Recht, dass die Hochwasserprognosen sind in der Regel zu hoch. Aber eine Differenz von rund einem Meter zwischen Vorhersage und Realität war in der vergangenen Nacht neu. Meist liegt die Abweichung bei rund einem halben Meter – und das hätte bedeutet, dass die Uferstraße sicher überschwemmt worden wäre. Wir werden das mit den zuständigen Landesbehörden bei der nächsten Zusammenkunft besprechen.

      Bei der Zeitdauer, bis das Wasser in Hirschhorn eintrifft, habe ich bereits während meiner noch kurzen Amtszeit sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: je nachdem wie viel Wasser die zuführenden Bäche führen, dauert es zwischen zwei und vier Stunden ab Erreichen der Hochwassermarke 1 in Gundelsheim. Über die Wasserstände dieser Bäche gibt es keine Vorhersagedaten.

      Da sowohl die Daten als auch die Erfahrung gezeigt haben, dass die Uferstraße in der Nacht zum 30. Januar überschwemmt werden würde, habe ich mich entschieden, die Sperrung so rechtzeitig anzuordnen, dass die unangenehmen Folgen und Mehrkosten durch eine mögliche spätere Sperrung vermieden wurden. Auch ich habe mich heute Morgen geärgert, dass die Prognose falsch war und wir die Uferstraße „umsonst“ gesperrt haben. Trotzdem stehe ich zu meiner Entscheidung, denn im umgekehrten Fall – Autos im Wasser, Abschleppkosten, hoher Aufwand beim Bauhof – wäre es sicher und zurecht nicht bei einer freundlich verfassten Antwort im Blog geblieben. Ich habe diese Entscheidung übrigens ständig geprüft: um 22 Uhr verlief die Kurve der gemessenen Werte noch exakt im Rahmen der Prognose, so dass ich keinen Grund hatte, den weiteren Prognoseverlauf in Frage zu stellen.

      Hinterher ist man freilich immer schlauer. Eigentlich bin ich froh, dass das Hochwasser ausgeblieben ist. Es tut mir auch leid, dass die Straße umsonst gesperrt wurde, aber nach Lage der Dinge, war das die einzige verantwortliche Entscheidung, die wir gestern Abend fällen konnten.

      Ich würde mich freuen, wenn ich damit etwas zur Klärung beitrangen konnte.
      Mit freundlichen Grüße
      Rainer Sens

      P.S.: Während ich diese Antwort schreibe, ist die Gefahr des Hochwassers noch nicht gebannt. Wasser schwappt durch die Saugstelle und die gemessenen Werte in Gundelsheim weichen gerade wieder von der Prognose ab – diesmal nach oben. Wir haben deshalb zwar die Straße wieder frei gegeben, warnen aber durch Schilder vor Hochwasser. Trotzdem stehen dort wieder die ersten Autos – teilweise trotz Halteverbot. Falls das Wasser wieder steigt, werden wir auf Grund der noch nicht aufgehobenen Hochwasserwarnung und der Beschilderung die Fahrzeuge sofort abschleppen, die in der Gefahrenzone stehen – ohne weitere Benachrichtigung der Halter. Wer dort jetzt parkt, dem kann nur geraten werden, sein Fahrzeug im Blick zu halten.

      • Ralf Bißdorf, Hermannsgasse 8 sagt:

        Hallo Herr Senz,

        mein Kommentar war nicht unbedingt als Kritik verfasst. Vielmehr als Anregung, der Prognose nicht blind zu vertrauen und hieraus Entscheidungen zu treffen. Wie gesagt, Prognose ist wichtig, aber nur als Hilfsmittel.

        Das Räumen der Uferstraße der parkenden Auto’s sehe ich auch als völlig richtig. Auch das Aufstellen der Hochwasser-Warnschilder. Die Entscheidung der Sperrung der Uferstraße sollte allerdings grundlegend überdacht werden. Räumen rechtzeitig, Sperren erst wenn das Hochwasser tatsächlich ein Befahren der Uferstraße unmöglich und gefährlich macht. Sprich das Wasser tatsächlich auf der Straße steht und nicht nur durch die Saugstelle plätschert.

        Mit freundlichen Grüßen
        Ralf Bißdorf

  • Rainer Sens sagt:

    Hallo Herr Bißdorf,

    danke für die Anregung, die ich aufgegriffen habe (s. aktueller Blog-Beitrag zum Hochwasser). Wir werden das beobachten, denn das Problem sind nicht die fahrenden Autos, sondern diejenigen, die dort abgestellt werden – da helfen leider auch keine Schilder. Im Fall eines Falles machen diese geparkten Fahrzeuge die Arbeit: Halterfeststellung, Telefonnummer ermitteln, anrufen, ggf. an der Wohnung anklingeln (wenn es Hirschhorner Bürger sind) und im schlimmsten Fall abschleppen. Das ist weder für den Fahrzeughalter schön, noch verdient die Stadt etwas daran – im Gegenteil, das ist Aufwand zu Lasten der Allgemeinheit.

    Ich bitte Sie daher um Verständnis, wenn wir das jetzt in den nächsten Tage beobachten und danach entscheiden, wie wir künftig vorgehen werden.

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